Einladung: Rochlitzer bringen Verkauf der hiesigen Klinik ins Gespräch

Das Krankenhaus Rochlitz ist seit Monaten GesprächsthemaRochlitz. Seit Wochen bangen die Rochlitzer um ihr Krankenhaus. Nachdem Pläne bekannt wurden, wonach wichtige medizinische Abteilungen an den Klinik-Standort Mittweida verlagert werden sollen, herrscht Unsicherheit unter Beschäftigten und Patienten. Jetzt will die Rochlitzer Kommunalpolitik das Heft des Handelns in die Hand nehmen. Dazu hat der Arbeitskreis für das Krankenhaus einen Vorschlag unterbreitet, der nach dessen Ansicht die Zukunft des Standortes sichern könnte.

Es geht um den möglichen Verkauf des Rochlitzer Krankenhauses an einen privaten Träger. "Wir haben einen potenziellen Käufer gefunden, der das Haus in Rochlitz kennt und optimistisch an eine mögliche Übernahme herangehen würde", sagte gestern der Rochlitzer Alt-OB Joachim Knappe. Er hatte im Arbeitskreis gemeinsam mit dem Chef der hiesigen Sozialservicegesellschaft, Knut Bräunlich, und dem früheren Chefarzt an der Rochlitzer Klinik, Dr. Wolfgang Reimer, die Initiative ergriffen und den Kontakt zu dem Kaufinteressenten hergestellt. Die Rochlitzer Oberbürgermeisterin Kerstin Arndt (FDP) steht hinter der Initiative und hatte den Vorschlag zum Verkauf gemeinsam mit dem Arbeitskreis dem mittelsächsischen Landrat Volker Uhlig (CDU) vorgestellt. Immerhin ist er in Aufsichtsrat und Gesellschafterversammlung der Krankenhausgesellschaft LMK wichtiger Entscheidungsträger für die Standortpolitik des kreiseigenen Unternehmens. Wie er zu der Rochlitzer Idee steht, wurde gestern nicht bekannt. Nachfragen der "Freien Presse" dazu sollen heute beantwortet werden.

Unterdessen habe laut Kerstin Arndt der potenzielle neue Träger für das Rochlitzer Haus auch gegenüber dem LMK-Geschäftsführer Jens Irmer seine Kaufabsicht bekundet. Unklar ist, ob allein Verkaufsverhandlungen mit diesem einem Interessenten aufgenommen werden können oder eine Ausschreibung des Rochlitzer Hauses nötig ist. Angekündigt habe der private Klinik-Träger, dass er das hiesige Krankenhaus nur übernehmen könne, wenn die 114 Betten der stationären Versorgung im Krankenhausplan des Landes dem Rochlitzer Standort zugeordnet werden. Das wiederum ist Basis für die Finanzierung des Betriebs. Die bisherige Struktur, zu der internistische Station, Intensivstation und Gelenk- und Unfallchirurgie gehören, könne erhalten bleiben. Nicht zuletzt will laut Knappe der mögliche Käufer auch das Personal des Standortes übernehmen.

Das Krankenhaus Rochlitz ist seit Monaten GesprächsthemaMotiviert für ihre Initiative hat die Arbeitskreismitglieder insbesondere das schwindende Vertrauen in die LMK-Geschäftsführung. Irmer hatte zuletzt zwar betont, dass dem Standort Rochlitz keine Schließung drohe. Doch allein beim Konzept zur Verlagerung der Unfall- und Gelenkchirurgie, des OP-Bereichs sowie der Intensivstation nach Mittweida aus wirtschaftlichen Gründen wurde er konkret, während die Strategie zur künftigen Ausrichtung des Rochlitzer Standorts unklar blieb. Im Oktober richteten Stadtrat und die Rochlitzer OB an den Geschäftsführer einen Fragekatalog zur Entwicklung der LMK und zum Standortkonzept. Die gesetzte Frist für die Anworten lief gestern ab - ohne Reaktion.

Bürgerversammlung: Oberbürgermeisterin Kerstin Arndt will am Donnerstag, 19 Uhr im Bürgerhaus die Einwohner über den jüngsten Vorschlag zur Zukunft des Krankenhauses informieren und gemeinsam mit Vertretern des Arbeitskreises Fragen dazu beantworten.

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